Nachsuchenring Rheingau-Taunus

Aktiv und engagiert für den Tierschutz

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Erste Hilfe für den Jagdhund

Posted on Juni 23rd, 2009 by admin  |  No Comments »

Am Samstag, 06.06.09 hatte der Nachsuchenring Rheingau-Taunus seine Mitglieder und einige befreundete Hundeführer zu einem „Erste-Hilfe-Kurs“ für Hunde in das Jagdhaus des Hofguts Mappen eingeladen.

Erste Hilfe am Jagdhund mit Frau Dr. Hauptmann

Erste Hilfe am Jagdhund mit Frau Dr. Hauptmann

 

Besonders auf der Nachsuche und bei Drückjagden sind die eingesetzten Hunde einem hohem Verletzungsrisiko ausgesetzt. Für dieses spezielle Themengebiet konnte Jürgen Zenner die Tierärztin und Tier-Chiropraktikerin Frau Dr. Carola Hauptmann aus Bad Soden als Referentin gewinnen. Frau Dr. Hauptmann betreibt eine mobile Chiropraxis für Tiere, geht gemeinsam mit Ihrem Mann und Terrierrüde „Theo“  zur Jagd. Aus eigener Erfahrung bei Drückjagden weiß Sie, wie schnell ein Hund z. B. durch wehrhaftes Wild lebensbedrohlich verletzt werden kann.

 

Während ihres rund zweistündigen Vortrages erläutert sie die sog. A-B-C Methode, nach dieser es jedem Laien möglich ist, den Gesundheitszustand des Hundes z. B. nach einer Verletzung richtig einzuschätzen und die erforderlichen Erstmaßnahmen zu ergreifen.

 

 „A“ steht für Atmung, „B“ für Bewußtsein und „C“ für Kreislauf. Jeder Hundeführer sollte seinen vierbeinigen Jagdgefährten nach diesem einfachen Muster beurteilen können. Atmet der Hund erschwert, bzw. ist die Atmung behindert? Reagiert der Hund noch oder ist er bewußtlos? Kann ich den Puls – den man übrigens an der Innenseite des Hinterlaufes einfach ertasten kann – noch fühlen? Je nach festgestellter Beeinträchtigung muß sofort mit Erste-Hilfe-Maßnahmen begonnen werden, bevor professionelle Hilfe beim Tierarzt oder in der Tierklinik zur Verfügung steht.

 

Häufig kommen auch stumpfe Verletzungen vor, die äußerlich nicht erkennbar sind. Doch gerade bei diesen stumpfen Traumata ist höchste Aufmerksamkeit geboten. Eine stumpfe Gewalteinwirkung kann z. B. eine innere Blutung oder ein Lungenödem zur Folge haben, obwohl der Hund anfangs noch keine Symptome dafür zeigt. Daher sollte nach einer solchen Verletzung der Hund über mehrere Stunden beobachtet werden und keinesfalls im Zwinger untergebracht werden, um beim Auftreten der ersten Symptome schnell handeln zu können. Nicht selten hat ein nicht rechtzeitig erkannter Schockzustand nach einem Verletzungstrauma schon zum Verlust des treuen Jagdgefährten geführt. Daher sollte im Zweifelsfall immer ein Tierarzt aufgesucht werden. Unnötig langes Abwarten führt häufig zu längerem Leiden und erhöhten Behandlungskosten.

 

Praxisnah erläuterte Frau Dr. Hauptmann an ihrem Terrier das Anlegen eines Druckverbandes und weiterer Erste-Hilfe-Maßnahmen bei unterschiedlichen Verletzungsmustern. Jeder Jäger sollte zur Erstversorgung seines Hundes Verbandsmaterial und Gewebe bzw. Tapeband mit sich führen. Bei Verbänden ist darauf zu achten, daß diese möglichst mit Watte „unterpolstert“ und „schräg“ z. B. am Lauf gewickelt werden, um Abschnürungen zu vermeiden. Im Notfall sollte möglichst eine zweite Person zur Verfügung stehen, die beim Bergen des Tieres helfen und später mit einem Fahrzeug zum Tierarzt oder zur Tierklinik fahren kann.

 

Gerade bei Drückjagden, wo häufig auch auswärtige Jagdgäste eingeladen sind, empfiehlt die Referentin bereits auf der Einladung oder einem Standzettel die Rufnummern von ortsansässigen Tierärzten und der nächsten Tierklinik zu vermerken. Vorteilhaft ist es auch, wenn bereits im Vorfeld einer Jagd die Dienstbereitschaft bei Tierärzten in der Umgebung angefragt wird. Für die nun kommenden Sommermonate wies Frau Dr. Hauptmann noch einmal darauf hin, daß selbst bei niedrigen Außentemperaturen ein Hund niemals im geschlossenen Fahrzeug zurück gelassen werden sollte. Schon bei geringer Sonneneinstrahlung kann sich der Innenraum auf gefährlich hohe Temperaturen aufheizen.  

 

Außerdem sollte es für jeden Jäger selbstverständlich sein, für seinen Hund während und nach einer Jagd (gerade bei Maisjagden!) immer ausreichend frisches Trinkwasser zur Verfügung zu halten.

 

Im Namen aller Teilnehmer bedankte sich Lothar Cramer bei Frau Dr. Hauptmann für ihren kurzweiligen und praxisnahen Vortrag mit einem Geschenkpaket Rheingauer Wein.

Zum Ausklang der gelungenen Veranstaltung gab es Köstlichkeiten vom Grill. Der Nachsuchenring dankt noch einmal recht herzlich der Referentin für Ihren Vortrag und dem Hofgut Mappen für die zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten.

 

Text und Bilder: Markus Stifter

Schweißhundeinsatz für den Tierschutz

Posted on Juni 16th, 2009 by admin  |  No Comments »

Acht Nachsuchengespanne aus dem Rheingau-Taunus-Kreis, bestehend aus professionellen Hundeführern und ihren speziell ausgebildeten und geprüften Hunden trafen sich auf der Burg Hohenstein bei Bad Schwalbach und gründeten den „Nachsuchenring Rheingau-Taunus“. Die Mitglieder des Nachsuchenrings sind allesamt erfahrene Jäger und arbeiten schon seit Jahren eng zusammen.  

Die Nachsuche von angeschweißtem oder im Straßenverkehr verletztem Wild ist praktizierter Tierschutz und bewahrt ein krankes Stück Wild vor weiteren  Leiden.

Die Hundeführerinnen und Hundeführer vollbringen bei Wind und Wetter mit ihren Schweißhunden Höchstleistungen auf der Wundfährte. Die teilweise über 20 Stunden alten Fährten können nur von echten Spezialisten erfolgreich gearbeitet werden.

Dazu gehört z. B. die über hundert Jahre alte Rasse des „Hannoverschen Schweißhundes“ oder sein ursprünglich für die Bergjagd gezüchteter, etwas kleinerer Verwandter, der „Bayerische Gebirgsschweißhund“, der seit  96 Jahren in den  einschlägigen Zuchtbüchern vermerkt ist. Die Zuchtherkunft allein reicht aber nicht: die eingesetzten Hunde müssen sich vor dem Einsatz in der Praxis zwei schwierigen Prüfungen unterziehen.

Die Satzung gibt dem „Nachsuchenring Rheingau-Taunus“ einen Rahmen und regelt beispielsweise auch die Nachwuchsförderung. Auf umfangreiche Vereinsregularien wurde bewußt verzichtet, um sich ganz auf den professionellen und hochqualifizierten Fährteeinsatz zu konzentrieren. Die häufig nicht ungefährliche Nachsuchenarbeit verstehen die acht Gründungsmitglieder dabei vor allem als angewandten Tierschutz. Die Arbeit auf der roten Fährte üben sie ausschließlich ehrenamtlich in ihrer Freizeit aus und erwarten dafür keine Entlohnung. Ein Fahrtkostenzuschuß sieht die Jägerschaft jedoch als selbstverständlich an.

Jedes der Mitglieder des Nachsuchenrings Rheingau-Taunus hat ca. 50 – 100 Nachsucheneinsätze pro Jahr in einem Umkreis von ca. 100 km. Dabei wird eine bejagbare Fläche von ca. 100.000 ha abgedeckt.

Der „Nachsuchenring Rheingau-Taunus“ arbeitet ebenfalls sehr eng mit den Mitgliedern des „Nachsuchenrings Odenwald-Bergstraße“ zusammen, ergänzt sich oder hilft sich auch bei Engpässen gegenseitig aus.

 

 

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  • Juni 2009

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